Seit einem Jahr ist an meiner “Ennie” nichts passiert. Der einsetzende Frühling hat meinen Tatendrang reaktiviert und nun starte ich einen neuen Versuch die 86er Royal Enfield endlich zum Laufen zu bekommen.
In der Zwischenzeit habe ich eine alte, aber sehr gute englische Reparatur- / Wartungsanleitung als PDF gefunden. Da ich allerdings nicht weiß wie die Veröffentlichungsrechte aussehen, werde ich daraus nur zitieren oder die Texte gleich übersetzen.
Oberen Totpunkt (OT) finden
1.) Maschine auf den Hauptständer. Tank demontieren. Zündkerzenstecker abnehmen. Zündkerze rausdrehen. Getriebe in den 4. Gang schalten.
2.) Einen längeren Stab nehmen (ich hab eine Zugstange für eine Gardine genommen), der senkrecht in den Zylinder gesteckt wird und so lang ist, dass man eine Markierung am Oberrohr einschlagen kann.
3.) Alternativ kann man dort natürlich ein Stück Klebeband anbringen und die Markierung dort aufmalen.
4.) Das Hinterrad solange drehen, bis der Kolben seine oberste Stellung erreicht hat. Dann um diesen Punkt das Rad vor- und zurückdrehen, bis die oberste Position sicher markiert werden kann. (weiterlesen…)
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Im Februar war ich ja noch guter Hoffnung, aber der Motor der Enfield war einfach nicht zum laufen zu bringen. Im Verdacht stand der Zündverteiler. Da es die Zündungsteile in Deutschland nicht zu kaufen gibt, hab ich bei meiner Recherche einen regulären Teile-Shop in Indien gefunden, der die wichtigsten Ersatzteile im Angebot hat, günstig ist und schnell liefert. Wer was braucht: Enfield County. Bezahlung erfolgt per Paypal. Hab für die Teile aus dem Foto zusammen 80 Pfund, plus 20 für den Transport bezahlt. Lieferzeit: 14 Tage.
Der nächste Startversuch ist also möglich. Davor liegt aber eine Teil-Zerlegung des Motors, um den Zündverteiler einbauen zu können. Mal sehen.
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Am Wochenende war es endlich soweit: Die 86er Royal Enfield wurde zum aktiven Schrauber-Objekt. Viele Teile hatte ich besorgt und schon lange wieder vergessen, als die Bestandsaufnahme anstand. So z.B. die Ersatzteile aus Indien. Die bei der, vor Ewigkeiten durchgeführten, Demontage angebrachten Markierungen am Kabelbaum waren nicht mehr lesbar, da mit Bleistift vorgenommen (ich Trottel). Nach gut 2 Stunden Suche mit Schaltplan und Durchgangsprüfer war das Problem behoben, während sich Hendrik mit dem Motor verlustierte. Wie stellte man da noch den Zündzeitpunkt ein? Hast Du dies Werkzeug? Hast Du das Werkzeug? Nein. Hab ich nicht. ;-)
Egal, nächste Woche geht´s weiter und dann soll die Kiste nach Jahren das erste Mal wieder laufen. Mal sehen, ob sich das Teilepuzzle dann zusammenfügt.
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Das Internet macht vieles möglich, so ist es mittlerweile auch kein Problem mehr über Ebay einen Deutschen in Indien zu finden, der zum nächsten Teile-Laden geht und für ein exotisches Motorrad “mal eben” Teile besorgt und diese nach Deutschland schickt. Bezahlung problemlos. Also wartete ich 2 Wochen auf eine Lieferung von Kleinigkeiten für meine 1986er Royal Enfield, die in einer Ecke der Werkstatt verstaubt, da so elementare Dinge wie Stößelstangen fehlten. Doch was dann kam war einfach nur kultig: In einem Leinensack, zugenäht und mit Teer-Siegeln versehen und vielen Stempeln drauf, sowie Begleitpapieren in Indisch. Kurios.
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